| Neil Young |
|
|
1968–1981: Solo und mit Crazy Horse Ende 1968 nahm er sein erstes Solo-Album (Neil Young) auf und tourte mit seinen Songs im Jahre 1969 durch Nordamerika. Kurz darauf erschien Everybody Knows This Is Nowhere, das erste Album mit seiner legendären Band Crazy Horse. Außerdem spielte er mit Crosby, Stills und Nash, unter anderem bei deren zweitem gemeinsamen Auftritt vor 250.000 Menschen auf dem Woodstock-Festival. Er schloss sich dem Trio für kurze Zeit an und veröffentlichte mit ihnen 1970 das sehr erfolgreiche Album Déja Vu. Für CSNY schrieb er in dieser Zeit u. a. den Klassiker Helpless, Country Girl und den Protestsong Ohio. Neil Young zeigte im Laufe der Jahre eine große Wandlungsfähigkeit, die von der großen Anzahl seiner Veröffentlichungen dokumentiert wird. Er spielte Folk und Country, im steten Wechsel mit „harter“ Rockmusik. Für seinen wohl einzigartigen Gitarrensound baute sich Young einige Effektgeräte selbst, die er bei Bühnenauftritten in einer großen Box mit Fußschaltern verbirgt. Dem bis heute meistverkauften Album Harvest beispielsweise folgte ein Jahr später das rohe Time Fades Away. Aus Konzertmitschnitten bestehend, zeigt es ein anderes Gesicht Neil Youngs, Country-Melodien werden von langen Gitarrenimprovisationen abgelöst. Die depressive Stimmung, die auch in den nächsten Jahren Youngs Musik dominierte, rührte zu einem großen Teil vom Tod eines Roadies (Bruce Berry) und eines Bandmitgliedes der Crazy Horse (Danny Whitten) her. Das 1975 erschienene, aber bereits 1973 fertiggestellte Album Tonight's The Night verarbeitete diese Erlebnisse und gilt für viele als das Meisterwerk Neil Youngs schlechthin. Ein Jahr zuvor erschien mit On The Beach ein ebenfalls sehr düsteres, depressives Album, welches unter den Fans ebenfalls als Meisterwerk gehandelt wird. 1975 erscheint ebenfalls das Album Zuma, welches mit dem Lied Cortez the Killer bekannt wurde.
Danach beginnt für Neil Young eine Phase des Experimentierens und kommerziellen Risikos. Eingeläutet mit dem von vielen Fans als patriotisch beargwöhnten Hawks and Doves, wo in Referenz auf Bob Dylans Bringing it all back home eine Seite akustisch, die andere im Countryrock-Stil eingespielt wurde. 1981 folgte wieder ein Crazy-Horse-Album: Re*ac*tor, das mit futuristischem Design und zum Teil kruden Liedtexten (Got mashed potatoes/ain't got no T-Bone) weniger erfolgreich war.
1982–1987: Jahre der Krise – Die „Geffen-Ära“
Seit 1985 findet das von John Mellencamp, Willie Nelson und Neil Young gegründete Festival Farm Aid statt, das regelmäßig mit großem Staraufgebot zugunsten in Not geratener Farmer veranstaltet wird. Sein letztes für Geffen Records eingespieltes Album Life – wieder mit Crazy Horse – erschien 1987 und deutete einen Aufwärtstrend an, enthielt es doch z. B. mit Inca Queen und When Your Lonely Heart Breaks wieder einige hörenswerte Stücke. Finanziell wurde für ihn das Jahrzehnt jedoch zum Desaster. Youngs Spielfreude wurde ihm von Geffen als „uncharakteristische Musik“ angekreidet, ein Umstand, der zu einem langwierigen Prozess zwischen Geffen Records und dem Künstler führte, der ihn zu Reprise Records zurückführte.
Das Jahr 1992 endete mit der Veröffentlichung von Harvest Moon, wo Neil Young wieder der „ruhigen“ Musik frönte. Das Album wurde zu Teil zwei der so genannten Harvest-Trilogie erklärt, die mit Harvest 1972 begann. Musikalisch in eine ähnliche Richtung geht das 1993er Unplugged, mit dem Neil einem Trend folgte, wie Eric Clapton, Bob Dylan und Nirvana Unplugged at MTV aufzutreten. Kurt Cobain war ein großer Verehrer Youngs und hatte ihn vor seinem Selbstmord mit der Textzeile aus Youngs Hey Hey, My My (Into the black) „It's better to burn out than to fade away“ zitiert. Young verarbeitete Kurt Cobains Tod dann in dem Album Sleeps with angels von 1994. Der gleichnamige Titeltrack war Cobain gewidmet. Für das nächste Album tat Young sich mit der Band Pearl Jam zusammen; das Ergebnis war Mirror Ball, ein wuchtiges Rock-Epos mit einem frischen Sound, das ihn zweifelsohne erneut für eine jüngere Generation interessant machte (der Bandname Pearl Jam durfte aus rechtlichen Gründen nicht auf der CD genannt werden). Im Gegenzug dazu ist Neil Young auf der Pearl-Jam Single Merkinball an der Gitarre und der Orgel zu hören. Die Songs I Got ID und Long Road entstanden in der gleichen Aufnahmesession wie Mirrorball. Im selben Jahr fand auch eine Kooperation mit dem Independent-Filmer Jim Jarmusch statt, für dessen Film Dead Man er den Soundtrack in Form von elektrischen Gitarrenimprovisationen beisteuerte. Das gleichnamige Album folgte Anfang 1996. In den darauffolgenden Jahren erschien ein weiteres Crazy-Horse-Album (Broken Arrow, 1996) und 1997 eine Live-Platte (Year of the Horse), die die Stücke der letzten Jahre, aber auch Klassiker wie When You Dance und Danger Bird abdeckte. Der etwa zeitgleich entstandene Film Year Of The Horse von Jim Jarmusch porträtiert Neil Young and Crazy Horse und zeigt diverse beeindruckende Konzertaufnahmen. Interessanterweise gibt es zwischen Film und gleichnamiger CD keine Schnittstellen. Im Jahre 1994 wurde Neil Young für seinen Beitrag zum Film Philadelphia für einen Oscar nominiert, den allerdings Bruce Springsteen für seinen Song Streets of Philadelphia aus dem gleichen Film gewann. In seiner Rede sagte Springsteen, dass dieser Preis es verdiene, mit dem anderen Nominierten geteilt zu werden („the award really deserved to be shared by the other nominee's song“). 1995 wurde Neil Young in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.
Neil Young spielt meist Gitarre, aber auch Klavier oder Orgel. Beim Spiel auf der akustischen Gitarre bemühte er sich früher um ausgefeilte Pickings und Riffs (My, My, Hey, Hey, Thrasher, Old Man), später zeigte er mehr einfaches Akkordspiel. E-Gitarre spielt er mit einer Anzahl selbstgebauter Effektgeräte, woraus sich ein hoher Wiederkennungswert ergibt. Besonders seit seiner Annhäherung an den Grunge kommt es bei Konzerten zu ausschweifenden Soli. Hier sei als Beispiel Like A Hurricane aufgeführt, in der Studioversion eine achtminütige Rock-Ballade, die in der Live-Version auf Weld durch minutenlanges Solieren in verzerrtem Sound und Bearbeitung der Saiten mit Fäusten und Füßen einen akustischen Hurricane intoniert und dabei eine Länge von 14 Minuten erreicht.
Instrumente und Ausrüstung
Als Verstärker nutzt Young einen 20 Watt „Fender Tweed Deluxe“, in den ein C12N Jensen-Speaker eingebaut ist. Young hat den Amp aus dem Jahr 1959 im Jahr 1967 erworben. Daneben besitzt Young mittlerweile „einen ganzen Schuppen voll“ alter Fender-Verstärker, die er hauptsächlich als Ersatzteillager nutzt. Der Verstärker wird ferngesteuert durch ein von Young erdachtes Gerät namens „Whizzer“, das die Verstärker-Potis mittels Elektromotoren bedient und so erlaubt, Einstellungs-Presets abzurufen. An Effekten benutzt Young: ein MXR Analog Delay, einen Mu-Tron Octave Divider, einen Boss BF-2 Flanger, ein Tube-Echoplex Bandecho und ein Alesis MicroVerb. Die Effekte sind "hard wired" um Verluste im Signalweg zu vermeiden.
Bei Neil Youngs Akustikgitarren ist vor allem eine Martin D-28 aus den 40er-Jahren erwähnenswert. Die Gitarre hat früher Hank Williams gehört, der sie bei seinem letzten Auftritt 1951 in der Grand Ole Opry spielte.[10] Diese Gitarre wird in dem Film Heart of Gold (2006) thematisiert. Daneben setzt Young eine ebenfalls sehr alte Martin D-18 ein. Das Album Harvest hat er mit einer Martin D-45 eingespielt, die er 1967 von Stephen Stills bekommen hat. An 12-saitigen Gitarren verwendete Young früher Guild, hat mittlerweile jedoch auf Taylor (Modell 855) gewechselt.
|
Lokale Bands
Bilder

Aufgelöste Bands
International
National
Beiträge : 95
Seitenaufrufe : 28031
Neil Young






